Was können Kinder durch das Spielen mit Spielzeug lernen?

Insbesondere in den frühen Stadien kindlicher Entwicklung erwerben diese eine Vielzahl von Fähigkeiten nahezu unbewusst. Es braucht hier kaum Instruktionen durch Erwachsene sondern lediglich das Ausprobieren und das freie Spiel, das durch verschiedene Gegenstände und Elemente gefördert wird. Zurecht darf man sich als Elternteil oder als Betreuer aber fragen, ob es Spielzeug gibt, das den Erwerb von Kenntnissen besser fördert als andere. Als Grundtenor lässt sich feststellen, dass der Erwerb von intellektuellen Fähigkeiten deutlich besser mit Hilfe von Spielsachen funktioniert, die variabel einzusetzen sind, so dass die Heranwachsenden die Möglichkeit haben Kreativität in ihren Umgang mit Gegenständen einzusetzen und auch mal etwas ausprobieren, was dann vielleicht „nicht funktioniert“.

Kognitive Fähigkeiten

Das Verwenden von Spielzeug kann auf ganz unkomplizierte Weise kognitive Fähigkeiten fördern, die für das gesamte spätere Lernverhalten entscheidend sind. Wichtig ist dabei, dass dem kindlichen Gehirn – vor lauter Freude am Entdecken – überhaupt nicht bewusst ist, dass es eigentlich arbeitet. Je nachdem, welche Spielsachen hierbei genutzt werden, werden beispielsweise Dinge wie Geschicklichkeit, Impulskontrolle, zielführendes Planen geschult. In der Interaktion mit Spielsachen und anderen Kindern geht es immer auch um soziale Interaktion und das gemeinsame Erreichen von Zielen, was sich zum Beispiel in Aktionen, wie dem gemeinsamen Bewältigen eines Puzzles oder der Arbeitsteilung beim gemeinsamen Umgang mit Bauklötzen zeigen kann.

Je simpler desto besser

Die praktischen und kognitiven Fähigkeiten eines Kindes werden insbesondere mit Hilfe von Elementen geschult, die wenig Vorgaben machen. Eltern und Erziehern fällt es heute manchmal schwer, sich darauf zu verlassen, dass der spielerische Wissenserwerb ganz ohne Anleitung am besten funktioniert, da diese Art der Entwicklung von Fähigkeiten dem Gehirn des Erwachsenen so sehr zu widersprechen scheint. Zudem wird leider immer noch sehr stark das Geschlecht der Kinder in das Bereitstellen von Spielsachen miteinbezogen, so dass Mädchen immer noch seltener mit „technischen“ Problemen konfrontiert werden, für die sie Lösungen suchen sollen. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die späteren Lieblingsfächer und die Berufswahl haben.

Konkrete kognitive Förderung

Studien haben gezeigt, dass Kinder (und übrigens auch Erwachsene) in einem spielerischen Kontext Fähigkeiten viel schneller erwerben als in einem theoretischen Setting. Erkenntnisse für die man im Rahmen des Lernens von Instruktionen mehrere 100 Wiederholungen benötigt, werden im Spiel in kürzester Zeit internalisiert. Hierzu gehören so elementare Dinge, wie das „Abschätzen“ von Entfernungen, geometrische Wahrnehmungen oder empathisches Verhalten. Selbst für die spätere Lese- und Schreibfähigkeit, in der es darum geht, geschriebene Wörter in ihrer Ganzheit wahrzunehmen, ist das Spielen mit Gegenständen extrem hilfreich, da man lernt, Details und komplex zusammengesetzte Einheiten zu unterscheiden.

Fazit

Spielen ist die idealste und intuitivste Form des Lernens, die keinesfalls unterschätzt werden sollte. Kinder spielen zwar grundsätzlich mit nahezu allem was sie finden, aber gerade flexibles und variabel einsetzbares Spielzeug erhöht nicht nur die Freude, sondern auch den „Lernerfolg“ bei jüngeren wie älteren Kindern. Gefördert werden können mit Spielsachen sehr elementare Fähigkeiten, die Auswirkungen auf den gesamten späteren Lebensweg einer Person haben können. Die Nutzung von Spielsachen ist damit keinesfalls „vertane“ Zeit, sondern Teil einer sehr wichtigen Förderung der kognitiven Möglichkeiten.